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Zahnimplantat

Zahnverlust kann eine Herausforderung für die tägliche Lebensqualität darstellen. Dabei können Zahnimplantate eine fortschrittliche und dauerhafte Lösung für dieses Problem bieten. In diesem Artikel erfährst Du, was Zahnimplantate sind, wie sie funktionieren und welche Vorteile sie bieten. Wir beleuchten alles Wichtige über Implantate und geben Dir einen Überblick über die Kosten und den Behandlungsablauf. 

Das Wichtigste zu Zahnimplantaten im Überblick

  • Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die verloren gegangene Zähne ersetzen.
  • Sie bieten eine dem natürlichen Zahn vergleichbare Belastbarkeit und Halt.
  • Implantate verhindern Knochenschwund und erhalten die Zahnfleischstruktur.
  • Die Behandlung ist auch bei älteren Patienten möglich, jedoch nicht bei Jugendlichen unter 18 Jahren.
  • Eine gute Mundhygiene ist entscheidend für den Langzeiterfolg der Implantate.
  • Die Implantation erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und erfordert eine Einheilphase von 3 bis 6 Monaten.
  • Mögliche Risiken umfassen Nervenschädigungen und Komplikationen bei der Wundheilung.
  • Regelmäßige Nachsorge und professionelle Zahnreinigung sind für die Langlebigkeit der Implantate wichtig.
  • Nach 10 Jahren sind die meisten Implantate noch voll funktionsfähig.
  • Individuelle Behandlungskonzepte berücksichtigen persönliche Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten.

Was ist ein Zahnimplantat?

Ein Zahnimplantat ist eine Schraube, welche die Wurzel des verloren gegangenen Zahns ersetzt, indem sie in den Kieferknochen eingesetzt wird. Es besteht in der Regel aus Titan, einem Material, das für seine Biokompatibilität und Stabilität bekannt ist. Das Implantat integriert sich fest in den Kieferknochen, ein Prozess, der als Osseointegration bekannt ist. Diese Integration bietet eine stabile Basis für den Zahnersatz, der dann später auf das Implantat aufgesetzt wird.

Warum sind Implantate eine gute Wahl?

Zahnimplantate bieten zahlreiche Vorteile gegenüber traditionellen Methoden des Zahnersatzes wie Brücken oder Prothesen. Sie ermöglichen eine natürliche Optik und Funktionalität, da sie sich wie echte Zähne anfühlen und aussehen. Im Gegensatz zu Brücken, die benachbarte Zähne für die Befestigung benötigen, sind Implantate eigenständige Einheiten, die die umliegenden Zähne nicht beeinträchtigen. Sie tragen auch dazu bei, den Kieferknochen zu erhalten, da sie den Knochen stimulieren und so einem Abbau vorbeugen.

Wie funktioniert ein Zahnimplantat?

Die Implantation eines Zahnimplantats ist ein chirurgischer Eingriff, der in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Nachdem das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wurde, benötigt es eine Einheilphase, die mehrere Monate dauern kann. Während dieser Zeit wächst der Knochen um das Implantat herum und verankert es fest. Nach der Einheilphase wird der eigentliche Zahnersatz – eine Krone, Brücke oder Prothese – auf das Implantat aufgesetzt.

Indikation Implantate: Wann benötigst Du ein Zahnimplantat?

Die Entscheidung für ein Zahnimplantat hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind einige Situationen, in denen ein Implantat die beste Lösung sein könnte:

  • Fehlende Einzelzähne: Wenn Du einen oder mehrere Zähne verloren hast, sei es durch Unfall, Karies oder Krankheit, können einzelne Implantate diese Lücken schließen und die Funktion und Ästhetik Deines Gebisses wiederherstellen.
  • Mehrere fehlende Zähne: Bei Verlust mehrerer Zähne, die nebeneinander liegen, können implantatgestützte Brücken eine effektive und dauerhafte Lösung bieten. Sie ersetzen die fehlenden Zähne und sorgen für eine natürliche Optik und Funktionalität.
  • Vollständiger Zahnverlust: Wenn alle Zähne in einem Kiefer oder in beiden Kiefern fehlen, bieten Vollprothesen, die auf Implantaten befestigt sind, mehr Stabilität und Komfort als herkömmliche Prothesen. Sie ermöglichen es Dir, ohne Einschränkungen zu essen und zu sprechen.
  • Unzufriedenheit mit Prothesen: Bestehende Prothesen, die unbequem, locker oder problematisch beim Essen und Sprechen sind, können durch Implantate verbessert werden. Implantate bieten eine feste Basis für Prothesen, was den Komfort und die Funktionalität deutlich erhöht.
  • Erhaltung der Kieferknochenstruktur: Nach Zahnverlust kann es zu einem Rückgang des Kieferknochens kommen. Implantate stimulieren den Knochen ähnlich wie natürliche Zahnwurzeln und können so dem Knochenabbau entgegenwirken, was langfristig zur Erhaltung der Gesichtsstruktur beiträgt.

Voraussetzungen für Implantate: Ist ein Zahnimplantat für Dich geeignet?

Bevor Du Dich für ein Implantat entscheidest, sind einige wichtige Voraussetzungen zu beachten:

  • Gesunder Kieferknochen: Der Kieferknochen muss ausreichend stark und gesund sein, um das Implantat zu tragen. Bei unzureichendem Knochenangebot kann ein Knochenaufbau notwendig sein.
  • Gute Mundhygiene: Eine gute Mundhygiene ist entscheidend für den Erfolg eines Implantats. Entzündungen im Mundraum, wie z.B. Parodontitis, müssen vor der Implantation behandelt werden.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können den Erfolg eines Implantats beeinflussen. Eine ausführliche medizinische Anamnese ist daher wichtig.
  • Lebensstilfaktoren: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können den Heilungsprozess negativ beeinflussen und das Risiko für Implantatkomplikationen erhöhen. Eine gesunde Lebensweise trägt zur erfolgreichen Einheilung und Funktion des Implantats bei.
  • Alter: Implantate können auch bei älteren Personen eingesetzt werden, solange die allgemeine und orale Gesundheit es zulassen. Man kann jedoch zu jung für Implantate sein. So werden sie für Jugendliche unter 18 Jahre oft nicht angeboten, da sich der Kiefer noch im Wachstum befindet.
Studie über den Erfolg von Implantaten in der älteren Bevölkerung 

Eine Studie aus dem Jahr 2017 mit dem Titel „Dental Implants in the Elderly Population: A Long-Term Follow-up“ befasste sich mit der Erfolgsrate von Zahnimplantaten bei Personen über 60 Jahren. In dieser Untersuchung wurden etwa 1260 Implantate analysiert. Ungefähr 10% der Studienteilnehmer waren Raucher, und es wurde festgestellt, dass lediglich 7% der Implantate versagten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Zahnimplantate auch bei älteren Erwachsenen eine hohe Erfolgschance haben, besonders wenn bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen kontrolliert werden.¹

Was sind Kontraindikationen für ein Zahnimplantat?

In der Zahnmedizin gibt es bestimmte Situationen, in denen die Einsetzung eines Zahnimplantats nicht empfohlen wird. Hier sind einige der wichtigsten Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:

  • Allgemeinmedizinische Bedenken: Bei schwerwiegenden Grunderkrankungen wie Blutgerinnungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, unkontrolliertem Diabetes mellitus oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Vorsicht geboten. Auch die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente wie Cortison oder Chemotherapeutika kann eine Implantation erschweren.
  • Zahnmedizinische Aspekte: Ein gesundes Gebiss und eine gute Mundhygiene sind entscheidend für den Erfolg eines Implantats. Bei unzureichender Mundpflege oder schlechter Knochenqualität im Kiefer kann ein Implantat nicht optimal einheilen.
  • Knochenqualität und -dichte: Ein ausreichendes Knochenangebot ist für die Verankerung des Implantats unerlässlich. Bei dünnem Knochen muss möglicherweise zuerst ein Knochenaufbau erfolgen, wobei körpereigener Knochen, synthetisches oder körperfremdes Knochenmaterial verwendet werden kann.
  • Alter und Wachstum: Bei Jugendlichen unter 18 Jahren wird von einer Implantation abgeraten, da sich ihr Kiefer noch im Wachstum befindet. Bei älteren Patienten gibt es hingegen keine Altersgrenze, solange die allgemeine und orale Gesundheit es zulässt.
  • Spezielle Verfahren bei komplexen Fällen: In schwierigen Fällen, etwa bei geringem Knochenangebot oder atypischen Nervverläufen, kann die CT-gestützte Implantatinsertion (Med-3D-Verfahren) eine präzise Lösung bieten. Hierbei wird mithilfe eines Computertomogramms und einer individuell angefertigten Bohrschablone das Implantat exakt platziert.

Es ist wichtig, dass Du Dich von einem erfahrenen Implantologen beraten lässt, um ein individuelles Konzept zu entwickeln, das Deine persönlichen Wünsche und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt.

Zahnimplantat Kosten: Wie viel kosten Implantate?

Die Kosten für Zahnimplantate variieren stark und hängen von mehreren Faktoren ab. Zunächst spielt die Art des Eingriffs eine Rolle – ob es sich um ein einzelnes Implantat oder um einen vollständigen Zahnersatz handelt. Der Zustand Deines Kiefers und Deiner Zähne ist ebenfalls entscheidend; manchmal sind zusätzliche Eingriffe wie Knochenaufbau oder Zahnextraktionen erforderlich, was die Kosten erhöht.

Außerdem unterscheiden sich die Kosten, je nachdem, ob Du eine Krone, Brücke oder Prothese auf den Implantaten benötigst. Für ein einzelnes Implantat inklusive Krone können die Kosten zwischen 1.500 und 3.000 Euro liegen. Bei mehreren Implantaten oder komplexeren Fällen können die Kosten entsprechend höher sein.

Kostenerstattung durch Versicherungen

  • Gesetzliche Krankenversicherung: In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel einen Festzuschuss für den Zahnersatz, also z.B. der Krone; Brücke oder Prothese. Das Implantat an sich wird jedoch nicht bezuschusst.
  • Private Zusatzversicherungen: Viele private Zusatzversicherungen bieten Tarife an, die einen Teil der Kosten für Implantate übernehmen. Es lohnt sich, die Konditionen genau zu prüfen.

Es ist wichtig zu bedenken, dass Zahnimplantate eine langfristige Investition sind. Sie können bei richtiger Pflege Jahrzehnte halten, was sie langfristig zu einer kosteneffizienten Lösung macht. Eine detaillierte Kostenschätzung von Deinem Zahnarzt, die alle Aspekte der Behandlung abdeckt, ist unerlässlich, um die beste Option für Deine Bedürfnisse und Dein Budget zu finden.

Wie erfolgt die Therapie mit Implantaten?

Die Therapie mit Zahnimplantaten ist ein sorgfältig geplanter und durchgeführter Prozess, der das Ziel hat, sowohl die Funktion als auch die Ästhetik Deines Gebisses wiederherzustellen. Hier ist ein Überblick über den Behandlungsablauf:

  1. Vorbereitung und Planung: Zunächst erfolgt eine ausführliche Beratung und Diagnostik. Dazu gehören die Aufnahme Deiner Krankheitsgeschichte, Untersuchungen von Zähnen und Mundhöhle, sowie Röntgenaufnahmen, um die Knochendichte zu messen und die Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.
  2. Voruntersuchungen: Vor der Implantation sind verschiedene Voruntersuchungen notwendig. Der Kieferknochen muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen und der Mundraum sollte entzündungsfrei sein. Auch Dein allgemeiner Gesundheitszustand wird beurteilt.
  3. Vorbehandlungen: Falls notwendig, werden Vorbehandlungen durchgeführt, wie die Behandlung von Karies, Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne, Behandlung von Parodontitis oder Knochenaufbau.
  4. Das Einsetzen des Implantats: Die eigentliche Implantation erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Hierbei wird das Implantat chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt. Eine minimalinvasive Operationstechnik wird bevorzugt, um die Schmerzen und Risiken zu minimieren.
  5. Nachbehandlung: Nach dem Einsetzen des Implantats folgt eine Einheilphase, die individuell variieren kann (etwa 2 bis 6 Monate). Danach wird das Verbindungsstück (Abutment) auf der Schraube befestigt und der neue Zahnersatz eingesetzt.
  6. Mundhygiene und Nachsorge: Eine sorgfältige tägliche Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind entscheidend für die Langlebigkeit des Implantats. Professionelle Zahnreinigungen sind ebenfalls empfehlenswert.

Die moderne Zahnmedizin und die Zusammenarbeit von Spezialisten in der implantologischen Zahnarztpraxis und im Dentallabor ermöglichen eine Behandlung auf höchstem Niveau. Der Erfolg der Therapie hängt maßgeblich von einer präzisen Diagnostik, einer genauen Gesamtplanung und der professionellen Durchführung des gesamten Behandlungsablaufs ab.

Welche Risiken gibt es bei der Implantatsetzung?

Bei der Implantatsetzung gibt es einige Risiken, die Du kennen solltest. Periimplantitis, eine Entzündung um das Implantat, ist eine häufige Komplikation, die durch entzündetes Zahnfleisch und Knochenabbau gekennzeichnet ist. Das Risiko eines Versagens von Zahnimplantaten steigt in Verbindung mit verschiedenen Faktoren. Dazu gehören eine ehemalige Parodontitis, Zähneknirschen (Bruxismus), Rauchen und eine vorangegangene Strahlentherapie.

Die Vorbeugung, insbesondere eine gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen, ist entscheidend, um solche Probleme zu vermeiden. Auch die korrekte Positionierung der Implantate ist wichtig, da eine ungünstige Platzierung die Pflege erschweren und das Risiko für Komplikationen erhöhen kann. Eine umfassende Beratung und sorgfältige Nachsorge sind daher unerlässlich für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

Wie wird das Zahnimplantat versorgt?

Sobald Dein Zahnimplantat erfolgreich eingeheilt ist, stehen Dir verschiedene Versorgungsoptionen zur Verfügung, abhängig von Deinen persönlichen Bedürfnissen.

Eine implantatgetragene Krone ist eine ausgezeichnete Wahl, wenn es um den Ersatz eines einzelnen Zahns geht. Sie funktioniert und sieht aus wie ein natürlicher Zahn und ist sowohl ästhetisch ansprechend als auch praktisch. Bei mehreren fehlenden Zähnen nebeneinander ist eine implantatgestützte Brücke eine feste und dauerhafte Lösung. Für den Ersatz vieler oder aller Zähne in einem Kiefer bietet sich eine implantatgestützte Prothese an, die mehr Stabilität und Komfort als herkömmliche Prothesen bietet. Wenn einige natürliche Zähne noch vorhanden sind, kann eine Teilprothese auf Implantaten eine gute Balance zwischen Funktionalität und Ästhetik bieten. Und schließlich, für den vollständigen Zahnersatz in einem Kiefer, ist eine Totalprothese auf Implantaten eine sehr stabile und komfortable Option.

Die Entscheidung für die richtige Versorgung sollte immer in enger Absprache mit Deinem Zahnarzt erfolgen, um sicherzustellen, dass die gewählte Lösung optimal auf Deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Welche Alternativen zu Implantaten gibt es?

Wenn Du über den Ersatz fehlender Zähne nachdenkst, sind Zahnimplantate eine hervorragende Option, aber sie sind nicht die einzige Lösung. Es gibt mehrere Alternativen, die Du in Betracht ziehen kannst, abhängig von Deinen individuellen Bedürfnissen und Umständen.

  • Brücken: Dies ist eine traditionelle Methode, um einen oder mehrere fehlende Zähne zu ersetzen. Eine Brücke nutzt die benachbarten Zähne als Stütze für den Ersatzzahn. Sie ist eine bewährte Lösung, erfordert jedoch das Beschleifen der angrenzenden Zähne.
  • Teilprothesen: Diese herausnehmbaren Prothesen sind eine Option, wenn mehrere Zähne fehlen. Sie sind weniger invasiv und kostengünstiger als Implantate, bieten aber möglicherweise nicht denselben Komfort und dieselbe Stabilität.
  • Totalprothesen: Bei vollständigem Zahnverlust sind Totalprothesen eine gängige Lösung. Sie sitzen auf dem Zahnfleisch und können bei Bedarf herausgenommen werden. Sie sind kostengünstiger als Implantate, können jedoch weniger Komfort und Funktionalität bieten.
  • Zahnspangen: In einigen Fällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, können Zahnspangen verwendet werden, um die vorhandenen Zähne so zu verschieben, dass Lücken geschlossen werden. Diese Methode ist jedoch zeitintensiv und nicht für jeden geeignet.
  • Zahnerhaltende Maßnahmen: Manchmal ist es möglich, durch zahnerhaltende Behandlungen wie Wurzelkanalbehandlungen oder Kronen den Verlust von Zähnen zu verhindern und somit die Notwendigkeit für Implantate oder andere Ersatzmethoden zu reduzieren.

Was sind Vor- und Nachteile von Zahnimplantaten?

Bei der Entscheidung für Zahnimplantate ist es wichtig, sowohl die Vorteile als auch die möglichen Nachteile zu berücksichtigen. Hier eine Übersicht:

Vorteile:

  1. Komfort und Stabilität: Zahnimplantate bieten einen hohen Tragekomfort und sind fest im Kiefer verankert, was sie zu einer stabilen und zuverlässigen Zahnersatzoption macht.
  2. Schonung benachbarter Zähne: Im Gegensatz zu traditionellen Brücken erfordern Implantate kein Abschleifen der angrenzenden gesunden Zähne, wodurch die natürliche Zahnsubstanz erhalten bleibt.
  3. Kein Risiko durch Zahnbeschleifen: Da benachbarte Zähne nicht bearbeitet werden müssen, entfällt das Risiko von Infektionen, das mit dem Beschleifen einhergehen kann.
  4. Knochenerhalt: Die Belastung durch das Implantat fördert den Erhalt des Kieferknochens und wirkt so einem Knochenschwund entgegen.
  5. Ästhetik und Lebensqualität: Dank ihres natürlichen Aussehens tragen Implantate zu einem ästhetisch ansprechenden Lächeln bei und können somit die Lebensqualität deutlich verbessern.

Nachteile:

  1. Längere Behandlungsdauer: Der Prozess der Implantation und Einheilung nimmt mehr Zeit in Anspruch als andere Zahnersatzmethoden.
  2. Höhere Kosten: Zahnimplantate sind in der Regel kostenintensiver als andere Formen des Zahnersatzes, und die Kosten werden oft nicht vollständig von den Krankenkassen übernommen.
  3. Heilungszeit: Der Prozess der Osseointegration, bei dem sich das Implantat mit dem Kieferknochen verbindet, erfordert Zeit, oft mehrere Monate.

Häufige Fragen zu Implantaten

Bei der Entscheidung für Zahnimplantate können viele Fragen aufkommen. Hier sind einige der häufigsten Fragen, die Patienten stellen, zusammen mit klaren und informativen Antworten:

Wie lange halten Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind für ihre Langlebigkeit bekannt. Bei richtiger Pflege und guter Mundhygiene können sie viele Jahre, oft sogar ein Leben lang halten. Regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen sind jedoch entscheidend für ihre Langlebigkeit.

Sind Zahnimplantate schmerzhaft?

Die Implantation selbst wird unter Lokalanästhesie durchgeführt, sodass Du während des Eingriffs keine Schmerzen spüren solltest. Nach dem Eingriff können leichte Schmerzen oder Unbehagen auftreten, die jedoch mit Schmerzmitteln gut zu kontrollieren sind.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Implantation?

Die Heilungszeit variiert je nach individueller Situation und kann von einigen Wochen bis zu einigen Monaten reichen. In den meisten Fällen dauert die Einheilung im Unterkiefer ca. 2-3 Monate und im Oberkiefer 3-6 Monate. Während dieser Zeit integriert sich das Implantat in den Kieferknochen, ein Prozess, der als Osseointegration bekannt ist.

Kann jeder ein Zahnimplantat bekommen?

Die meisten Menschen sind geeignete Kandidaten für Zahnimplantate, vorausgesetzt, sie haben einen ausreichenden Kieferknochen und keine gesundheitlichen Bedingungen, die den Heilungsprozess beeinträchtigen könnten. Eine gründliche Untersuchung und Beratung durch einen Zahnarzt ist jedoch unerlässlich.

Wie pflege ich mein Zahnimplantat?

Die Pflege von Zahnimplantaten ähnelt der Pflege natürlicher Zähne. Dazu gehören regelmäßiges Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und Reinigungen.

Können Zahnimplantate abgestoßen werden?

In seltenen Fällen kann der Körper das Implantat abstoßen oder es kann zu Komplikationen kommen. Eine gute Mundhygiene, Nichtrauchen und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen können das Risiko einer Ablehnung minimieren.

Medizinischer Faktencheck: Wie gut halten Implantate?

  • In Deutschland werden jedes Jahr etwa 1,3 Millionen Implantate gesetzt.
  • Systematische Untersuchungen zu den Überlebensraten von Implantaten zeigen, dass während der Einheilungsphase etwa 2 bis 3 % der Implantate verloren gehen.
  • Nachdem die Implantate belastet werden, liegt die jährliche Ausfallrate bei etwa 0,3 bis 1,3 %.
  • Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, ergibt sich daraus eine beeindruckende Überlebensrate von 95,2 % für implantatgetragene Einzelkronen.

Was rät der Medizinexperte zu Implantaten?

Bei der Überlegung, ob Zahnimplantate die richtige Wahl für Dich sind, ist es wichtig, verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Zahnimplantate bieten eine dauerhafte und ästhetisch ansprechende Lösung für den Ersatz fehlender Zähne und können Deine Lebensqualität erheblich verbessern. Wichtig ist jedoch, Deine persönliche Situation genau zu betrachten, einschließlich Deiner allgemeinen Gesundheit, der Beschaffenheit Deines Kieferknochens und Deiner Mundhygiene. Eine sorgfältige Pflege der Implantate ist entscheidend für ihren langfristigen Erfolg. Es ist ratsam, sich von einem qualifizierten Zahnarzt beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass Implantate für Dich die beste Option darstellen. Bedenke auch, dass die Kosten für Implantate höher sein können und nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Eine wohlüberlegte Entscheidung, die auf Deinen individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten basiert, ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen und zufriedenstellenden Ergebnis.

Quellen

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Derya Sadoun

Ich heiße Derya Sadoun und studiere seit 2019 Zahnmedizin, da es schon immer mein Wunsch war, in einem wissenschaftlichen Bereich tätig zu sein. Hier lerne ich auch das wissenschaftliche Arbeiten, wodurch ich den aktuellen Forschungsstand bestimmter Themen nachvollziehen kann. Ehrenamtlich bin ich in dem Verein ,,Verband kurdischer Ärzte in Deutschland“ tätig, in dem wir uns unter anderem um die Verbesserung der medizinischen Versorgung in den kurdischen Gebieten kümmern.